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Einleitung – Editorial: Ausgabe Frühling 2022

„Überhaupt stehen tolle Sachen in Key West.“

Friedrich Ani, Schriftsteller („Süden“), Drehbuchautor („München Mord“) und Dylan-Fan

Liebe Dylanfreund:innen,

hier ist sie, die erste Ausgabe von Key West im Jahr 2022. Während die eine Krise, die Pandemie, scheinbar etwas in den Hintergrund gerückt ist, sehen wir uns nun, mitten in Europa, durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine einem Konflikt ausgesetzt, der folgenreich ist und viele Gefahren in sich birgt. Bis hin zu einem neuen Weltkrieg. Eine Situation wir sie zuletzt während des atomaren Wettrüstens erleben mussten und die wir alle für überwunden hielten.

Bob Dylan hat zu Krieg und Kriegsgefahr mit „Masters Of War“ sowie „A Hard Rain’s A-Gonna Fall“ zwei heute noch gültige Songs geschrieben. Hoffen wir, dass dieser Konflikt gelöst wird, dass sie Souveränität der Ukraine erhalten bleibt und nicht noch mehr Blutvergießen auf allen Seiten angerichtet wird.

Währenddessen erlebt Bob Dylan mit seiner künstlerisch beeindruckenden US-Tour seinen ixten Frühling. Da passt es doch gut, nun in diesen schwierigen Zeiten die Frühlingsausgabe präsentieren zu können.

Wir freuen uns sehr, dass der bedeutende Liedermacher und große Dylan-Freund Manfred Maurenbrecher uns einen Text geschenkt hat, der der ewigen Frage zwischen Nähe zwischen Fan und Star nachgeht: „Nähe und Ferne. Eine Geschichte zu Bob Dylan.“

Wir bleiben bei der Begeisterung für Bob Dylan. Der Leipziger Dozent, Autor und Wirt Fabian W. Williges, Jahrgang 1973, hat in seinem Beitrag die Geschichte seiner Bob Dylan-Passion erzählt. Ein schöner, subjektiver Text, in dem sich aber bestimmt viele wiederfinden können: „Bob Dylan, die Gitarre und ich.“

Ebenfalls seit vielen Jahren ein Dylan-Fan ist der amerikanische Musiker und Schauspieler Daniel Kahn, der seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Er setzt sich mit der säkulären, radikal-progressiven jiddischen Kultur auseinander und spielt gesellschaftskritische jiddische Musik. Für sein aktuelles Album „Word Beggar“ hat er die Dylan-Songs „I Shall Be Released“ und „I Pity The Poor Immigrant“ ins Jiddische übertragen. Thomas Waldherr hat ihn dazu befragt. Hier das Interview: „Ich bin seit 30 Jahren Bob Dylan-Fan.“

Aber natürlich haben sich auch die beiden Herausgeber Richard Limbert und Thomas Waldherr wieder über Dylan und Americana den Kopf zerbrochen.

So kehrt Richard Limbert noch einmal zurück zu dem zu aus vielerlei Gründen bemerkenswerten Album „Tell Tale Signs“ aus der Bootleg Series. Er erforscht die Geschichte, die dieses Album mittels verräterischer Zeichen erzählt: „Ein Greatest Hits Album ohne die Hits – Revisiting Tell Tale Signs“.

Dylan hat seine kreative Energie in den letzten Jahren nicht nur ins Songwriting, sondern auch ins Malen und… ins Whiskey komponieren gesteckt! Richard Limbert hat sich für uns alle geopfert und den Dylan’schen Whiskey mit fachkundiger Unterstützung getestet. Cheers! Hier sein Testbericht: „Whiskey-Test: Heaven’s Door Tennessee Bourbon.“

Thomas Waldherr hat für diese Ausgabe seine Geschichte der Frauen in der frühen Folk- und Countrymusik fortgeschrieben. Wir treffen diesmal u.a. Kitty Wells, Patsy Cline und Jean Ritchie: „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angel“.

Und last but not least wieder einmal ein Veranstaltungshinweis in eigener Sache. Zusammen mit dem Musiker und Pädagogen Martin Grieben führt Thomas Waldherr am 19. Mai in seiner Darmstädter Americana-Reihe den Bühnenabend „Lennon & Dylan“ auf. Was es damit auf sich hat, ist hier zu erfahren: „Lennon & Dylan“.

Bleibt uns noch, allen Leser:innen eine unterhaltsame Lektüre und uns allen eine friedliche Zukunft zu wünschen!

Herzlichst

Richard Limbert & Thomas Waldherr

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