Iris DeMent

von Pat Carter

Als ich „Going down to play in Texas“ von Iris Dement im Oktober 2020 zum ersten mal hörte, hatte ich spontan gepostet, dass das für mich der beste Song des Jahres ist. Und hinzugefügt, zugegebenermaßen etwas provokant, besser als alles, was die Springsteens und Dylans in den letzten 40 Jahre veröffentlicht haben. Logisch, dass bei der Nennung der beiden impliziert war, dass für mich das „beste“ darüber definiert ist, welche Bedeutung und Relevanz ein Song im Sinne einer Bestandsaufnahme des gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Diskurses haben kann. Insbesondere angesichts der zahlreichen Krisen und Verwerfungen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, die uns an den spätkapitalistischen Abgrund gebracht haben, in den wir jetzt gerade schauen. Und darüber hinaus die Frage, inwieweit es dem Song gelingt, innerhalb dieses Diskurses emanzipatorische Wirkung zu entfalten. Das hat umgehend die Dylanologenfraktion, namentlich Thomas Waldherr auf den Plan gerufen, der mich gebeten hat, diese steile These etwas artikulierter darzulegen. Er gab mir freundlicherweise auch gleich die Platform dazu, in Form eines Artikels an dieser Stelle, was ich gerne nutze.

Iris DeMent beim Konzert in Driftwood/Texas (Quelle: Wikimedia Commons)

Vorab, die Nummer der 1961 als jüngste von 14 Kindern geborenen Singer/Songwriterin aus Arkansas, ist hier zu hören https://www.youtube.com/watch?v=WcMovG2SRN8, vor allem kann man an dieser Stelle auch die lyrics mitlesen. „Going down to play in Texas“ ist eine zehnminütige Beschreibung der USA im Herbst 2020, guns, bigotry, sexism, racism, inequality, disenfranchisement, you name it. Aber was hat „Texas“, was es so aktuell und relevant und überzeugender als den jüngsten output der beiden genannten Herren macht? Sind nicht Springsteen und Dylan gesetzt als die Ikonen des progressiven Amerika, seit Jahrzehnten die ersten Namen, die fallen, wenn es darum geht zu veranschaulichen, wie Popmusik Identifikationsfläche in gesellschaftlichen Debatten und Konflikten sein kann? Die den vom Machtdiskurs Ausgeschlossenen eine Stimme geben? Nun, das ist sicherlich der breite Konsens. Ob Stil und Wahl ihrer Mittel aber noch zeitgemäß sind, angesichts einer Realität, die sich längst verschoben hat, ob die beiden nicht längst überholt sind von den Krisen der letzten Jahrzehnte und dabei anachronistisch, vielleicht schon kontraproduktiv wirken, das ist eine Frage, die die kleine Countrynummer von Iris Dement aufwirft. Und aus meiner Sicht auch beantwortet. The times they have a been changing!

Bruce Springsteen. Der Advokat des kleinen Mannes ist dafür bekannt, dass er seinen Protagonisten, oftmals Working Class, meistens Underdogs, eine Stimme gibt, indem er ihre Geschichten erzählt. Junge Männer, so wie Springsteen selbst mal einer war, mit wenig Perspektive außer einem Job in der Fabrik oder in der Armee, die der Eintönigkeit ihres Lebens bestenfalls samstagabends auf dem Motorrad entkommen können. Die kleinen Leute aus den Heartland States von Wisconsin bis Tennessee, Americana Territory. Diese Protagonisten gibt es heute noch genau so wie vor 50 Jahren als Springsteen anfing über sie zu schreiben. Wenn überhaupt ist ihre Situation noch prekärer geworden. Was sich geändert hat, ist, dass viele von ihnen heute eine toxische Projektionsfläche gefunden haben, welche die Springsteensche Sozialromantik auf den harten Boden der Tatsachen stellt. Donald Trump – wie übrigens schon George W Bush – baute seinen Mythos (und Teile seines Erfolges) auf exakt dieser demographischen Klasse auf. Die Vereinnahmung der Arbeiterklasse von rechts lässt das Kraftpaket Springsteen 2020 recht ratlos aussehen. Wie konnte es dazu kommen?

Die 60er Jahre, die Ursuppe aus der auch Springsteen und erst recht Dylan kommen, waren ein Wendepunkt, auch im Hinblick auf die verschiedenen progressiven gesellschaftlichen Strömungen der USA. Es gab noch starke Gewerkschaften und organisierte Arbeitsniederlegungen im großen Stil, aber die alte New Deal Coalition, die für drei Jahrzehnte die integrative Kraft eines gerechteren Amerikas gewesen war, begann sich aufzulösen. Der Fokus verschob sich, die Civil Rights Bewegung, die Antikriegsbewegung, Feminismus, zarte Anfänge der Umweltbewegung rückten auf die Bühne. Die Hippies hatten mit den Nachfahren der Dustbowl Flüchtlinge und den Mitgliedern der Labour Unions, mit den Okies aus Muskogee wenig gemein, außer, dass sie unter einem ungerechten und ausbeuterischen System litten. Die Armen und Unterdrückten der alten Arbeiterklasse und die urbanen Intellektuellen konnten letztlich keinen Brückenschlag herstellen und wurden so durch das System gegeneinander ausgespielt, analog übrigens zu den Entwicklungen Ende der 60er Jahre in Europa.

Und während die Intellektuellen der 60er Jahre begannen durch die Institutionen zu marschieren, änderte sich auch der Diskurs. Die neuen Themen wie Minderheiten, Diskriminierung, Umwelt, Frauenrechte sollten in den kommenden Jahren stärker in den Mittelpunkt der progressiven Politik rücken, der traditionelle Klassenkampf, ja selbst die sozialdemokratisch abgeschwächte Version davon, der Ausgleich innerhalb des Systems, wurde speziell ab den 80er Jahren mit Strukturwandel und dem Siegeszug der Neoliberalen verdrängt und verschwiegen. Heute spielt er fast keine Rolle mehr, Demokraten wie Republikaner (wie übrigens auch die deutschen Parteien von der CDU bis zur LINKEN) streiten sich auf politischen Feldern, die im weitesten Sinne als identity politics umrissen werden können. Verteilungsfragen sind aus dem politischen Diskurs ausgeblendet, niemand stellt ernsthaft das konstituierende Element des Kapitalismus insgesamt in Frage, die Besitzverhältnisse. Die politische Auseinandersetzung findet in der Sphäre der Moral statt. Analyse oder gar Korrektur der Ursachen für die realen wirtschaftlichen Verhältnisse – Fehlanzeige.

Die Folgen davon werden jeden Tag deutlicher, insbesondere in der Arbeiterklasse, bei den Working Poor und spätestens seit 2009 auch in der Mittelklasse. Die viel beschworene Schere geht jedes Jahr weiter auseinander. Das System selbst hat es dagegen nach dem Bruch der 60er Jahre geschafft, sich anzupassen und im Kern erhalten zu bleiben. Es hat einfach die einstmals gefährlichen Akteure eingebunden. Für einen Demagogen wie Trump ist es daher ein leichtes die diffuse Legitimationskrise des Systems dem „Swamp“, den liberalen Eliten in Washington, zuzuschreiben. Gleichzeitig kann er alle Fortschritte im Bereich der civil rights, der identity politics, ob halbherzig, clintonesk vorgeschoben oder nicht, diskreditieren. Bei den Okies aus Muskogee rennt er damit offene Türen ein.

Springsteen kommt hier fast schon eine tragische Rolle zu. Als alter Demokrat, der für John Kerry Wahlkampf gemacht hat und sowohl bei Obamas Amtseinführung wie zu seiner Verabschiedung gespielt hat, ist er leicht als Freund des „Swamps“ zu identifizieren. Andererseits hat er aber eben auch immer die kleinen und einfachen Leute beschrieben. Multimillionenschwerer Rockstar hin oder her, Springsteen hat immer versucht glaubhaft machen, dass er in seinen Denkmustern irgendwie ein Underdog geblieben war, wie man weiss „you can take the kid out of the ghetto but you cant take the ghetto out of the kid“. Über all die Jahre konnte man Springsteen so den „benefit of the doubt“ geben. Er war einer der good guys und irgendwie relevant. Aber diese Zeiten sind vorbei und Obama wie Springsteen haben den Anschluss verpasst.

Bruce Springsteen beim Konzert in Oslo, 29. Juni 2016 (Quelle: Wikimedia Commons)

Angesichts der Krisen der Gegenwart, ist es notwendig Stellung zu beziehen, Analyse zu betreiben und das Kind beim Namen zu nennen, der da wäre Klassenkampf. Wer das spätestens nach 2009 nicht gesehen hat, überlässt den Trumps die Deutungshoheit über die Krise der Gegenwart. Springsteen selbst hat sich nie in politischer Analyse betätigt, seine Protagonisten hat er immer dezidiert unkommentiert agieren lassen, die klassenkämpferische Narrative war nur implizit. Das war vielleicht mal gut, das reicht aber schon lange nicht mehr. Er konnte so der optimale Mann für die neoliberalen progressives sein, für die Clintons und Obamas, integrierend und dennoch unkritisch dem System, dem Status Quo an sich gegenüber.

Aber er hat damit den Zug in doppelter Hinsicht verpasst. Einerseits hat die Ohnmacht und die Wut der kleinen Leute die Helden seiner Songs zu offenen Donald Trump Sympathisanten gemacht. Verschwörungstheorien, White Supremacy, rechte Denkmuster haben sich durch den unvergleichlichen Siegeszug des (u.a. demokratischen) neoliberalen Establishments in den letzten 40 Jahren als letzte Hoffnung und letztes Mittel des Empowerment erwiesen. Springsteen, der große Sozialdemokrat der amerikanischen Rockmusik, sieht heute aus wie Martin Schulz, alt und ein bisschen verwirrt und vielleicht der Meinung man könnte das System schon irgendwie mit den Mitteln des Systems und der Beschwörung der amerikanischen Flagge fixen…

Zudem wirkt er noch in anderer Hinsicht antiquiert. Identity politics thematisieren im Kern, in ihrer radikalen und explizit nicht in ihrer clintonesken weichgespülten Ausprägung, reale Missstände. Daher nimmt Trump sie als Bedrohung wahr. Nicht nur die amerikanische Gesellschaft erlebt einen konservativen Rollback im Hinblick auf Minderheiten und Frauen. Die Tatsache, dass Springsteens Helden nicht selten aus einem tendenziell zutiefst reaktionären, chauvinistischen, waffenfreundlichen Milieu kommen und sich meist aus „male mavericks“ (in ihrer Pose übrigens total neoliberal anschlussfähig) konstituieren, wurde immer durch das underdog Element kompensiert. Aufgrund des Mangels an Kontext aka Ursachenforschung aus einer Klassenkampfperspektive ist diese Narrative ebenfalls von Trump vereinnahmt worden.

Was bleibt sind wütende, weisse underdogs, die tendenziell dem Faschismus zugeneigt sind. Mit dem Anti-Hero aus Thunder Road, der heute so um die 60 sein müsste, möchte ich nicht unbedingt auf der front porch sitzen und ein Bier trinken, während er desillusioniert von QAnon schwafelt. Ich hätte das beklemmende Gefühl, dass er seiner Mary gerade noch auf die Fresse gehauen hat. Springsteens Mittel der Wahl, die Schilderung der Lebenswelt der kleine Leute, seine „Waffe“ wirkt heute stumpf und deplatziert, da sie vergisst den Rahmen zu zeigen und anzuklagen. Absurderweise stellt er sich dann noch mit den Leuten auf eine Bühne, die den Klassenkampf seit Jahrzehnten mit dem (seichten) Fokus auf identity politics vernebeln und konnte sich nicht einmal zu einem Endorsement von Bernie Sanders durchringen. Auch hier sieht Springsteen in seiner Bedeutung ein bisschen aus wie die SPD: alt, blutleer und etwas senil am eigenem Denkmal festhaltend, vielleicht wie Schröder oder Gabriel, ein has-been mit patriarchalischem Gestus…

Ist die Analyse von Springsteen und seine Bedeutung im politischen Diskurs 2020 schon nicht einfach, so ist sie bei Dylan noch ungleich viel schwieriger, geschuldet dem vielfach komplexeren Gesamtwerk des Godfather der amerikanischen Protestmusik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Andererseits ist sie auch leichter, da Dylan eben Dylan ist (und sonst nichts) und als Gesamtkunstwerk weniger Angriffsfläche bietet und die Widersprüche nicht so offensichtlich und vielleicht auch nicht ungewollt sind.

Bekanntermaßen hatte Bob Dylan schon in den 60er Jahren beschlossen, sich aus Vorsicht vor Vereinnahmung nicht mehr so politisch zu positionieren wie ihn viele seiner Fans immer noch verorten. Er ist schon lange – und hier ist er Springsteen nicht unähnlich – zum reinen Beschreiber der Zustände geworden, eine Wertung liegt ihm meistens fern. Als solcher spannt er allerdings derart weite Bögen, dass man schon über einen erheblichen Allgemeinbildungshorizont verfügen muss, um überhaupt folgen zu können, Zitate und Anspielungen von der Bibel über Shakespeare bis zur Zeitgeschichte finden sich nicht selten in einem Song. Er erschafft und perfektioniert dabei eine Kunstform für die es nicht umsonst eine eigene Disziplin der Einordnung und Analyse gibt – die Dylanologie. Bestes Beispiel dafür sein letztes großes Werk, „Murder most foul“, eine Abrechnung mit der amerikanischen Gesellschaft der Sechzigerjahre von epischen Ausmaßen.

Cover von Dylans Single „Murder Most Foul“, 2020 (Quelle: Columbia Records)

Wenn Dylan also sein eigenes Kunstwerk perfektioniert, dann ist das trotz aller Querverbindungen, Verweise und Anspielungen, doch immer etwas selbstreferenziell. Diskursanalyse für die Eingeweihten und als politisches Instrument nur begrenzt nutzbar in der heutigen Zeit, die sich vor allem dadurch auszeichnet, dass uns die Zeit wegläuft. Während das Schiff sinkt, die Wälder brennen und die Pole schmelzen, schreien alle immer lauter und gehen sich gegenseitig an die Gurgel, bzw. schießen sich in den USA einfach über den Haufen. Die Zeit für kunstvolle Panoramen in der Popmusik ist das nicht, es ist eher die Zeit die Dinge schnell und deutlich beim Namen zu nennen. Dylan ist das – muss man zu seiner Verteidigung sagen – vermutlich egal, er ist längst in die Sphäre eines Dali oder eines Debussy aufgestiegen, ein bisschen transzendental, ein bisschen surreal. Durch das Nebulöse verstrickt sich Dylan auch nicht so sehr in den Widersprüchen der Soziologie seiner Sujets wie Springsteen. Gleichzeitig ist er aber genauso wenig alltagstauglich für den kleinen Mann mit Hang zur Rebellion und auf der Suche nach Antworten auf den Clusterfuck der sich in den USA 2020 abspielt. Bella Ciao klingt anders.

In comes Iris Dement. Auch sie breitet mit „Texas“ eine Abrechnung von fast epischen Ausmaßen aus – was die Form angeht ist der Vergleich mit „Murder“ als pars pro toto für Dylans Spätwerk durchaus angemessen. Der Rundumschlag benötigt allerdings keine Enzyklopädie sondern trifft mit jeder Strophe ins Schwarze und darüber hinaus. In klaren Worten, die ein Schulkind versteht ruft sie in Erinnerung, dass George W Bush ein Kriegsverbrecher ist, der frei herum läuft, dass die Polizei rassistisch gegenüber den Schwarzen und die fundamentalistischen Christen gegenüber Muslimen ist und welche Heuchelei das zentrale Thema der Waffengewalt bestimmt. Und sie positioniert sich, indem sie klar macht, auf welcher Seite sie steht und wen sie verabscheut.

Aber damit nicht genug, Widerstand wird explizit feministisch geframed, die Geschichte der (Dixie) Chicks ist bekannt, Iris Dement macht aber noch deutlich, dass diese damals nicht nur von rechten Hillbillies und dem dazugehörigen republikanischen Establishment fertig gemacht wurden, sondern dass Willie Nelson ungeschoren davon gekommen wäre, dass die Kampflinien also auch innerhalb der vermeintlich progressiven Fraktion verlaufen, dass das Patriarchat überall lauert. Sie feiert in diesem Zusammenhang explizit the Squad, die Gruppe der vier (für den amerikanischen Parlamentarismus radikalen) weiblichen Abgeordneten um Alexandria Ocasio-Cortez. Sie feiert die jungen Leute, die wissen, dass der Kaiser keine Kleider trägt. Sie zeigt auf, dass die Chance auf einen Wechsel identity politics und Feminismus weiter denken muss als es die Clinton/Warren Fraktion suggeriert, dass Feminismus Systemwechsel bedeutet. Damit trifft sie wieder den Zeitgeist, denn die Gesichter des Wechsels sind in letzter Zeit oft junge Frauen gewesen, ob Ocasio-Cortez, Great Thunberg oder Carola Rackete. Und Systemwechsel bedeutet eben auch die Änderung der Besitzverhältnisse und so wird auch Jeff Bezos als der Schmarotzer, der er ist, klar benannt. Und dass die Menschen die Schnauze voll von ihm haben. In zehn Minuten zerlegt sie den amerikanischen Status Quo in einer solchen Klarheit, dass die politischen Ambivalenzen eines Springsteen und die ausufernden Windungen eines Dylans daneben müde und altbacken aussehen.

Und nicht vergessen sollte man dabei die Wirkung der Musik. „Texas“ ist eine gefällig dahinplätschernde, von Iris Dements stilsicherem Piano getriebene Countrynummer, man könnte sagen, nice aber nichts Besonderes. Aber gerade der Kontrast zwischen easy-listening und der klaren Botschaft ist sinnbildlich für das gesamte Stück. Sekundiert wird dieser Eindruck durch die diversen religiösen Einlassungen im Song, aus europäischer Sicht befremdlich, aber im US-amerikanischen Kontext Ausdruck eines mainstream, bible-, rustbelt / heartland Hintergrunds. Die Gesellschaftskrise, in der sich die USA befinden, ist genau dort schon länger angekommen, im kleinbürgerlichen mainstream und in der Arbeiterklasse. Von dort kriecht sie seit ein paar Jahren ins „aufgeklärte“ Bürgertum, das sich auch mit Dylans Spätwerk identifizieren kann. Iris Dement besingt die Krise fast schon salopp und daher vielleicht umso mehr mit voller Wucht und Brutalität. Der Neoliberalismus als Spielart des Kapitalismus ist tot, die Krisen haben ihn aufgefressen, daran wird auch und schon gar nicht Joe Biden etwas ändern. Von hier geht es in den Autoritarismus oder in eine Richtung, die das Selbst-Empowerment der Entrechteten über alle Gräben hinweg voraussetzt. Um das zu illustrieren ist es nicht nötig eine spektakuläre oder eklektische musikalische Fassade zu bemühen, im Gegenteil. Es ist nicht mehr (nur) Sache der Jello Biafras oder Chuck Ds dem Land (oder wie heissen die vergleichbaren radikalen Musiker heute? gibt es die überhaupt?) den Spiegel vorzuhalten. Die volle Wirkung erzielt Iris Dements Anklage durch ihren Schunkel-Appeal. Nichts Heldenhaftes wird hier transportiert sondern einfach nur das Lebensgefühl von Joe und Jane Public aus Small Town, USA. Und das ist 2020 ziemlich finster.

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