Täglich Dylan

Daniel Hildebrand von “The Daily Dylan” im Interview

von Thomas Waldherr

Eine noch recht junge Dylan-Plattform im Netz ist „The Daily Dylan“. Thomas Waldherr sprach für Key West darüber mit Daniel Hildebrand. Der 33 Jahre alte, in Rodenbach bei Hanau lebende Account Manager im IT-Vertrieb ist Gründer von The Daily Dylan.

Lieber Daniel, wie bist Du zu Bob Dylan gekommen?

Ich war in den Jahren 2007 und 2008 (als 17/18-jähriger) auf meiner kleinen, persönlichen musikalischen Entdeckungsreise und habe mir viele Classic Rock-Sachen angehört wie ZZ Top, Led Zeppelin, Neil Young und die Rolling Stones. Auch Little Richard und Elvis. Als ich dann im April 2008 zum ersten Mal etwas von Bob Dylan anhörte (Hurricane), hat das direkt etwas ausgelöst, was sich anders anfühlte als bei den anderen Künstlern. Die Stimme, die Lyrics, die Musik… Alles klang einfach cooler und modern.

2009 besuchte ich dann in Saarbrücken mein erstes Konzert, kannte dort aber kaum Lieder. Trotzdem hörte ich auch danach nahezu ausschließlich Bob Dylans Musik, schließlich gab es viel zu entdecken bei bereits über 50 Jahren Karriere. Richtig „klick“ gemacht hat es dann bei meinem 2. Konzert in Barcelona 2010.

Daniel Hildebrand, Foto: privat

Was bedeutet Dir Bob Dylan heute und auf welche Weise beschäftigst Du Dich mit seinem Werk und Wirken?

Bob Dylan hat mich seit 2008 in vielerlei Hinsicht deutlich geprägt. Ich war seitdem auf sehr vielen Konzerten in Europa und den USA und bin immer noch fasziniert, dass man manchmal noch neue Perlen entdeckt die man vorher noch nicht auf dem Schirm hatte. So ging es mir bspw. mit dem Lied „Up To Me“, was ich erst beim Release der Bootleg Series 14 so wirklich entdeckt hatte.

Eines der Highlights für mich ist die Never Ending Tour. Ich denke, wir haben großes Glück, Fans von einem Künstler zu sein, der auch im fortgeschrittenen Alter noch großartige Musik abliefert, sowohl auf Platte als auch live, und der auch noch (fast) jedes Jahr in Europa auf Tour ist. Ich freue mich auf jeden neuen Tour-Abschnitt, mit anderen Fans zu reisen und neue Länder und Städte zu entdecken. Die Portugal-Reise 2023 kommt mir dabei direkt in den Sinn. Drei tolle Konzerte und auch ein toller Tag „zwischen den Konzerten“. Ich versuche das zu genießen solange es noch möglich ist.

Was sollen The Daily Dylan und der Daily Dylan Podcast leisten?

Die Idee von The Daily Dylan kommt aus der Welt der Philosophie, genauer gesagt von Ryan Holiday’s großartigem Buch „The Daily Stoic“. Abgesehen davon, dass man viele Parallelen zwischen Bob Dylan und Stoizismus erkennt, wenn man genauer hinschaut, war auch die „Daily“-Idee interessant. Das „Bob Dylan-Universum“ ist so groß, es gibt so viele interessante Leute unter den Fans, es gibt so viele Alben, Lyrics, Geschichten, Interviews, dass es eigentlich möglich sein müsste jeden Tag ein Stückchen interessanten Dylan-Content zu liefern. Das Ganze als Daily-E-Mail aufzubauen, da sind wir gerade dabei, geht aber nicht von heute auf morgen. Derzeit wird die „Daily“-Idee noch von dem Daily-Dylan-Gesamtkonzept getragen, was neben dem Podcast noch aus dem E-Mail Newsletter und den Social Media-Seiten besteht. Ein YouTube-Kanal steht in den Startlöchern. Zudem gibt es die Idee, bei manchen Konzert-Stationen die sogenannten „Preshow-Events“ etwas professioneller zu planen und zu veranstalten.

Wir sind auch bereits „live“ mit unserer Website, http://www.daily-dylan.com , und haben als erstes kleines Feature dort ein Daily Dylan-Quiz erarbeitet. Sowohl an diesem Quiz als auch der Homepage selbst arbeiten wir kontinuierlich.

Was den Podcast angeht: Wir wollen mit Leuten aus der Bob Dylan Community in Kontakt kommen. In den vergangenen 15 Jahren habe ich so viele Leute aus der „Bob Dylan“-Welt kennengelernt, und das aus so vielen Teilen der Welt. Das macht einfach Spaß, und da das Netzwerk zu vergrößern und interessante Episoden zu liefern ist unser Ziel. Mit dem ausrollen des Daily Dylan Podcasts wollen wir dem Daily Dylan ein Gesicht verleihen und das ganze Projekt etwas mehr auf die persönliche Ebene verlagern, als es derzeit der Fall ist, wo der Instagram-Account mit derzeit knapp 6500 Followern zwar unser Flagschiff, aber so auch nur eine Fanseite unter vielen ist.

Das ganze Projekt macht super Spaß, man darf aber nicht vergessen, dass wir gerade mal drei Monate dabei sind. Der Zuspruch, den wir jetzt schon dafür erfahren, freut uns aber sehr!

Unter welcher Maßgabe suchst Du Dir Deine Gesprächspartner:innen aus?

Das hat keine festgelegten Regeln. Wir haben vor, mit Dylan-Buchautoren zu sprechen, aber auch mit Fans im Rahmen sogenannter „Fan-Interviews“ oder auch Content-Creatorn.

Auf unserem YouTube-Kanal, welcher im Rahmen des Podcast-Starts ausgerollt wird, planen wir außerdem Online-Events mit Autoren, Live-Besprechungen zu aktuellen Themen in der Dylan-Welt oder auch Gewinnspiele.

Hast Du schon so etwas wie einen Fragenfahrplan oder ein Sendungskonzept?

Das kommt immer etwas auf die Gesprächspartner an. Wir werden uns auf jede/n in der Tiefe vorbereiten um aus der Gesprächszeit das Maximum an interessantem Gesprächsstoff extrahieren zu können.

Wann kommt die erste Ausgabe und welchen Gesprächspartner hast Du Dir für die Premiere ausgesucht?

Wir sind dieser Tage in den Aufnahmen der ersten Podcast-Episode. Der Plan ist, dass diese noch im August erscheint. Den Gesprächspartner würde ich erstmal noch nicht verraten…

Was wir aber verraten können: Für den Herbst sind zwei Haupt-Themenblöcke geplant: Zum einen „Bob Dylan in London“. Wir wollen mit KG Miles sprechen, der an dem tollen Buch „Bob Dylan in London – Troubadour Tales“ mitgewirkt hat. Zudem werden wir selbst bei den drei Konzerten in der wundervollen Royal Albert Hall zugegen sein und wollen dafür tolle Gelegenheiten für Preshow-Events mit Dylan-historischem Bezug schaffen und an der Orga mitwirken.

Der zweite Herbst-Themenblock ist das Thema „Bob Dylan und der Blues“. Hierfür haben wir ebenfalls schon einen sehr interessanten Gesprächspartner für unseren Podcast ausgesucht. Aber das ist noch ein Stück hin.

Und hier geht’s zu Daily Dylan:

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