Happy Birthday, Bob Dylan!

Geburtstagsgrüße zum 83sten

Mr. Dylan! 

Zu ihrem Ehrentag möchte ich Ihnen vom Guten das Beste wünschen. Und mich gleichzeitig für den beinahe lebenslangen Suchtfaktor bedanken, den sie mir ihre Musik betreffend verpasst haben. Auch durch Sie begann das Lesen Teil meines musikalischen Übungsprogramms zu werden. So geht das. Genauso! 

Danke … and may you stay… sie wissen was ich meine – herzlichst – der „Sir“

– Sir Oliver Mally

Als Jugendlicher liebte ich PARDON, das deutsche Satiremagazin. Mein Liebling dort war Schnuffi das Nilpferd, Robert Gernhardts sympathische Zeichenfigur. Und zu Bob Dylans unwahrscheinlichem 83. Geburtstag, bei bester Gesundheit und einen Monat vor der Wiederaufnahme der Rough and Rowdy Tour, bleibt mir beim besten Willen nichts anderes übrig, als nach Dylans gestohlenem Motto „LOVE AND THEFT“ nun meinerseits Schnuffi zu zitieren, der bei ähnlicher Gelegenheit zur Gitarre griff und feierlich intonierte: „Ich sing’s aus freiem Willen: THANK YOU, BOB DYLAN!“

– Martin Schäfer

Glück zur Reise! Nichts ist so wichtig wie ein zufriedenes Gemüt – Danke!

– Manfred Maurenbrecher

I’m delighted that so many old friends are maintaining important elements of our civilization…and creating new ones. Bob’s a year younger than me, and yes, we don’t have to stop.

– Terri Thal, author,“My Greenwich Village: Dave, Bob and Me,“ published in 2023.


Masked and Anonymous

der Kolkrabe kauert inmitten der Kondorgefährten

klein unter dösenden Riesen aber ganz in his own right

langweilt sich etwas und fühlt sich nicht halb so exotisch

zu Boden gleitet der Kolkrabe gitterwärts schräg und leicht schnarrend

verharrt legt den Kopf schief betrachtet ein Weilchen die Fliesen

gurrt dann sehr sanft oh ein Täuberich blinzelt zur Sonne

wechselt die Stellung den Tonfall und kräht jetzt halblaut

ein Kolkhähnchen plustert sich leutselig flattert nun wieder

hinauf zu den dösenden Riesen und flötet ganz lyrisch

frohlockend und schmelzend und nur so zum eigenen Spaß

erfindet ein Kammerorchester und meint es nicht gut und nicht böse

im Mittagslicht gegen halb zwei und mit Blick auf das Waldtal

der Coolste im ganzen Gehege und virtually free

(aus dem Gedichtband „Schwebstoffe“, Wallstein-Verlag)

– Heinrich Detering




Sehr geschätzter Mr. Bob Dylan, die besten Wünsche zum 83. Geburtstag aus Deutschland !

In meinem kleinen 400 Seelen – Heimatort am Rhein kursiert ein Gerücht. Am 17. Juni 1981, einem Freitag, soll auf seinem Weg durchs Rheintal, hin zu seinem Auftritt auf dem sagenumwobenen Lorely-Felsen, ein Gitarrist, Sänger, Songschreiber mit seinem Roadmanager an einem kleinen Parkplatz mit Imbiss rechts gehalten haben. Dort spielte ein älterer Dorfbewohner, wie fast jeden Tag, alte Rheinlieder auf seinem Akkordeon. Der unbekannte Fremde soll ihn mit der Gitarre begleitet haben, so die Legende. Erst nach seiner Abreise, erkannten die älteren Dorfbewohner anhand eines Plakates, und sein Name war: Bob Dylan. Fritz Rau, den ich sehr gut kannte, sagte dazu folgendes: “Ihr habt im Rheintal auch die Nibelungen-Legende gedichtet, wer weiß welche Geschichten ihr noch so erfindet ? Aber, ja, Bob Dylan fuhr an jenem Tag durch das Rheintal”.

Keiner der Zeugen lebt noch. Niemand in unserem Ort weiß, ob diese Geschichte wahr ist. Sollte ich jemals in meinem damals 18 jährigen Leben an einem falschen Ort zur falschen Zeit gewesen sein, dann vielleicht an diesem Tag, in diesem Moment, wo ich irgendwo anders war. “Never let the truth get in the way of a good story” sagte einst ein guter Songschreiber. Aber, wir im Dorf, glauben gerne, dass es wahr ist. Ring them bells for the time that flies. Alles Gute !!!


– Biber Herrmann, Blues- und Folkmusiker

Happy Birthday, Bob Dylan!

Am Nachmittag des 23. April 2018 wollten wir uns vor dem abendlichen Bob Dylan-Konzert im Festspielhaus Baden-Baden noch ein bisschen die Zeit vertreiben, ein bisschen spazieren gehen und suchten den Stadtpark auf. Ganz in der Nähe des Stadtparks befindet sich das Museum Frieder Burda, in dem zu dieser Zeit amerikanische Malerei ausgestellt wurde. Da es ein Montag war, hatte das Museum nicht geöffnet. Dennoch brannte drinnen Licht und ein Fahrrad stand davor. Da wir wissen, dass Dylan seine Auftrittsorte immer gerne auch mal mit dem Fahrrad erkundet, blieben wir eine Zeit lang beim Museum, denn eine Exklusiv-Führung für den Weltstar erschien uns gar nicht so abwegig.

Doch kein Dylan war weit und breit zu sehen und so wandelten wir weiter durch den Stadtpark, überquerten auf einer kleinen Brücke den Bach, um am Ufer des nahe gelegenen Park-Hotels uns auf Liegen niederzulassen. Da stand er plötzlich vor uns! Bob Dylan mit seiner Assistentin nur wenige Meter von uns entfernt. Wir waren mit Dylan-Shirt und gepunktetem Hemd unschwer als Dylan-Fans zu erkennen. Die beiden schauten sich an mit fragenden Mienen an. Schnell wurde Andrea und mir klar: Der will in Ruhe gelassen werden, also hielten wir uns zurück und umgingen die beiden weiträumig.

Bob Dylan hat mir seit fast 48 Jahren durch sein Werk und Wirken soviel gegeben, da war es gar nicht wichtig, möglicherweise mit ihm in Kontakt zu kommen. Wichtiger war es, seine Privatsphäre nicht zu verletzen. Man muss seine Idole nicht persönlich kennenlernen. Denn wie heißt es in meiner anderen Passion, dem Fußball: Entscheidend ist auf dem Platz! Und da war Dylan an diesem Abend in Baden-Baden wieder einmal in bestechender Form!

– Thomas Waldherr, Musikjournalist, Politikwissenschaftler und Kulturvermittler. Zusammen mit Richard Limbert Herausgeber von Key West.

Ich weiß nicht, was schöner ist: Dass Bob Dylan so alt geworden ist, oder dass wir uns eine Lebenszeit teilen. Ich glaube, Bob Dylan hat eigentlich nie den Schabernack und Neugier verloren, die er 1961 schon hatte als er zum ersten im großen New York City Fuß an Land gesetzt hat. Irgendwie ist er immer der alte und immer der neue. Wie ein guter Folksong eben. Alles Gute zum 83. Geburtstag.

– Richard Limbertt, Musikarchivar, Musiker und Musikwissenschaftler. Zusammen mit Thomas Waldherr Herausgeber von Key West.

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